Historie

Das Steinkohlenflöz oberhalb Feggendorfs wurde bereits bei Schürfversuchen im Jahr 1738 nachgewiesen. Aber erst am 31. Oktober 1831 begann hier – seinerzeit im Königreich Hannover, dicht an der Grenze zu kurhessischem Gebiet – die Auffahrung der Grube „Feggendorfer Stolln“, die dazu dienen sollte, die damals aufkommende Industrie mit Kohlen zu versorgen. Dazu zählten Kalköfen, Salinen, Ziegeleien aber auch diverse Schmieden und Verbraucher im nahen Hannover. Später kam auch der Absatz als Hausbrandkohle zum Kochen und Heizen hinzu. 

Der „Stolln“ wurde auf 255 m Meereshöhe angesetzt und kam schon im Folgejahr in Förderung. Zur Kohlenabfuhr nutzte man den Weißen Weg, der direkt durch die Wallanlage der Wirkesburg verlief und heute wieder als Betriebsstraße dient.

Gleichzeitig wurde auf der gegenüber liegenden Deisterseite, bei Hohenbostel, ebenfalls mit der Auffahrung eines Stollens begonnen. Dieser wurde auf 160 m Meereshöhe angesetzt und erreichte das Kohleflöz 1840. Im Jahr 1862 erfolgte der Durchschlag zwischen beiden Stollen, was deren Bewetterung deutlich verbesserte. Man konnte jetzt den natürlichen Wetterzug nutzen, der durch Temperatur- und Höhenunterschiede entsteht.

Die Jahresförderung aus dem Feggendorfer Stolln lag anfangs bei ca. 840 t verkaufsfähiger Kohle und stieg bis auf 1600 t. Nachdem die Grafschaft Schaumburg in den preußischen Zollverein aufgenommen worden war, fiel diese als Absatzgebiet weg und die Förderung ging zurück. 1879 war der Betrieb nicht mehr rentabel und wurde geschlossen. Einerseits hatte der Staat auf der Barsinghäuser Seite des Deisters mit Klosterstolln, Sammannstolln, Ministerstollen und Egestorfer Stollen eine leistungsfähigere Betriebseinheit geschaffen; andererseits folgte der Gründerzeit 1870-73 die große Depression der Jahre 1873-95. Dazu kam die Konkurrenz durch westfälische Kohle, die über neue Eisenbahnlinien günstig zu beziehen war.

Bis 1895 wurde der Feggendorfer Stolln („Stolln“ ist übrigens die alte Schreibweise) nur noch als Wetterstrecke für den Hohenbosteler Stollen genutzt. Erst im Kriegsjahr 1917 begann ein erneuter Abbau im Südostfeld. Das Nordwestfeld wurde über den Neuen Feggendorfer Stolln/Weststollen erschlossen. 1921 baute man den wegen der schlechten Wegeanbindung schon lange benötigten Bremsberg ins Tal. In diesem Jahr wurde bei einer Belegschaft von 139 Mann eine Tagesförderung von 80-90 t erreicht.

Am 23. April 1947 legte die Preussag AG als letzte Betreiberin die Anlage offiziell still. Jedoch wurden bis 1952 noch Hausbrand und Deputatkohle abgebaut. Brauchbare Teile der Anlagen kamen in anderen Deisterbergwerken – Alte Taufe, Mooshütte und Strutzberg – zum Einsatz.

Sämtliche Tagesgebäude wurden abgerissen, der Stollen gesprengt und das Mundloch verfüllt. Nur die Trasse des Bremsbergs diente noch bis 2005 als Zugang zum Stollen und Holzrückeweg.

Arbeitsgruppe Bergbau