Die Arbeitsgruppe Bergbau

Seit 1982 bemühte sich der Heimat- und Museumsvereins Lauenau und Umgebung e.V. darum, den Feggendorfer Stolln als Denkmal der regionalen Industriegeschichte zu erhalten. Bis zum Jahr 1990 wurde er einige Meter weit aufgewältigt und das Mauerwerk des Mundlochs vollständig saniert. Der damals gesetzte Holzausbau ging in den folgenden Jahren jedoch wieder zu Bruch und das Gebirge drückte die Strecke zu.

Im März 2003 begann ein erneuter Sanierungsversuch: Von einer kleinen Gruppe Freiwilliger wurden mit Schaufel und Schubkarre die ersten 10 m des Stollns freigelegt und noch im selben Jahr der interessierten Öffentlichkeit präsentiert.

Danach begannen die eigentlichen Bergbauarbeiten: Die Gleisanlagen wurden nach historischem Vorbild rekonstruiert, Förder- und Transportwagen beschafft und mit der Aufwältigung des verbrochenen Stollens begonnen. Am 07. November 2003 erfolgte der Durchschlag in den alten, standsicheren Stollenteil. Nachdem Schlamm und Schutt sowie die Reste des alten Ausbaus entfernt waren, wurde der Stolln Stück für Stück weiter mit Gleisen versehen. Dabei wurde die ursprüngliche Spurweite von 600 mm gewählt. Bis zum Stollenmeter 60 konnte man nun mit Förderwagen fahren. Dahinter jedoch lag ein Streckenbruch von unüberschaubarer Größe. Da er nicht zu überwinden war, wurde in Abstimmung mit der zuständigen Behörde im September 2006 mit der Neuauffahrung einer Umgehung begonnen. Dieser Umbruch erreichte sein Ziel am 07. November 2007, brachte aber eine Enttäuschung: Die Grundstrecke war durch den Notbergbau der Nachkriegsjahre und die durch ihn verursachten Gebirgsbewegungen zu Bruch gegangen und musste in Handarbeit geräumt werden. Die Aufwältigung der Grundstrecke durch diesen Notbergbaubereich erforderte einen immensen Aufwand an ehrenamtlichem Engagement und vor allem Geld. Die Arbeitsgruppe und der Förderverein ist froh, das bisher viele Sponsoren das Projekt großzügig unterstützt haben (siehe auch Sponsorenliste!).  Der Förderverein Feggendorfer Stolln wurde im Herbst 2006 gegründet, der seit dem Jahr 2012 auch offizieller Betreiber und Eigentümer des Besucherbergwerkes ist.

Seit Mitte 2016 ist der Notbergbaubereich sicher durchsaniert und der Zugang zum weiteren Bergwerk möglich, so dass nun mit der Öffnung dieses Altbergbaubereiches für die Zukunft viele Möglichkeiten offen stehen und ein montanhistorisch sehenswertes Schmuckstück der interessierten Öffentlichkeit zur Besichtigung offen steht.

Seither laufen die Instandsetzungsarbeiten unter Tage weiter und weiter, die Arbeitsgruppe erbringt jährlich weit über 3000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden. Mittlerweile besteht ein untertägiges Streckensystem von einigen Kilometern Länge, das aber teils noch umfangreich saniert werden muss.

Für jeden der Spaß an altem Bergwerksbetrieb und Lust hat in einer tollen Kameradschaft mitzuarbeiten, bietet sich die Gelegenheit bei der Arbeitsgruppe mitzuarbeiten. Man trifft sich jeden Sonntag um 9 Uhr am Bergwerk. Eine vorherige Absprache ist aber immer von Vorteil.

Die Genehmigung zum Betrieb eines Besucherbergwerks erteilte das Landesbergamt Clausthal-Zellerfeld im Jahr 2004. Seitdem stehen nach dem Betriebsplanverfahren sämtliche Aktivitäten unter Aufsicht der Bergbehörde. Seit Februar 2017 ist der Feggendorfer Stolln offiziell als Lehrbergwerk anerkannt. Studenten und Auszubildende in einschlägigen Fachrichtungen dürfen bei uns Praktikumsschichten verfahren um den handwerklichen Bergbau „von der Picke auf“ zu erlernen. Gerade die Sanierung alter Strecken und der Abbau einer geringmächtigen Lagerstätte von Hand, inklusive der Gebirgsbeherrschung und -sicherung, Ausbautechnik, Wetterführung, Gleisfördertechnik etc. etc. kann  bei uns in der Praxis vermittelt werden. Dabei werden die alten Traditonen und Arbeitsweisen des Deisterbergbaus den kommenden Generationen weitergegeben.  

 

 

Wer sich genauer informieren möchte, kann die Aktivitäten am Stolln im Schichtbuch und im Fotoarchiv verfolgen.